Chinchillazucht

Die Zucht von Chinchillas stellt ein sehr komplexes Thema in der Chinchillahaltung dar. Leider vergessen heute viele Leute, daß bei einer Pärchenhaltung getrennt geschlechtlicher Tiere irgendwann Nachwuchs ins Haus steht, der dann an verantwortungsvolle Hände abgegeben werden soll.

Erkennen des Geschlechtes

Für den Anfänger scheint die Unterscheidung des Geschlechtes oft ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, da sich beide Geschlechter sehr stark ähneln. Beim Bock sind After und Genital durch einen größeren Abstand gekennzeichnet, bei den Mädels ist der Abstand zwischen Harnröhrenzapfen und After sehr gering. Oft genug hat sich so ein Bock schlußendlich als Weibchen entpuppt...

Auswahl der Zuchttiere

Die Auswahl der Zuchttiere sollte man angesichts der großen Anzahl an Mutationen und der Gefahr von Lethalfaktoren nicht einfach so treffen, sondern sich mit einem erfahrenen Züchter über die geplante Zusammenführung zweier Tiere absprechen. Er kann gute Tips geben und gegebenenfalls auch auf Fehler hinweisen, die zu ärgeren Problemen führen könnten. Mit Tieren aus Zoohandlungen, deren Eltern unbekannt sind, oder Notfalltieren sollte man grundsätzlich nicht züchten, da die Gefahr zu groß ist, unbewußter Weise mit z.B. dem Lethalfaktor zu spielen, und so die Geundheit seiner Tiere aufs Spiel zu setzen.

Lethalfaktor:

Der Lethalfaktor ist ein Faktor in den Genen, der durch Mutation hervorgerufen wurde und die Jungtiere dieser Verpaarung meist bereits im Embryonalen Stadium oder kurz nach der Geburt absterben läßt. DIesen Lethalfaktor gibt es bei den Velvets und den Weißen Chinchillas. Demnach ist genetisch ein Chinchilla mit dem Erbgut "Homozygot Velvet" oder "Homozygot Weiß" nicht lebensfähig. Deshalb sollte man sich auch immer einen Stammbaum vorlegen lassen, aus dem die genaue Verpaarung der Elterntiere seines Zuchtpärchens hervorgeht, damit man keine unliebsamen Überraschungen erlebt - denn auch Standardfarbige Tiere können ein Velvet oder Weiß - Gen in sich tragen, das dann bei der Verpaarung zutage tritt. Setzen sie deshalb bitte nie zwei Velvets - egal ob Black oder Brown oder zwei Weiße Chinchillas ( Wilson Weiß, Pink White...) bzw. Tiere, die diese Gene aufgrund ihrer Abstammung in sich tragen zu Zuchtzwecken zusammen!!!!!!!

Geschlechtsreife und Paarung

Chinchillas werden mit ungefähr 4 - 5 Monaten geschlechtsreif - manche Böcke auch schon früher. Oft sind bereits geschlechtsreife Böcke gegenüber den Weibchen sehr stürmisch, weshalb man bei der Vergesellschaftung darauf achten sollte, niemals ein unerfahrenes junges Weibchen zu einem älterne Bock zu setzen. Weibchen sollten bis zum ersten Lebensjahr wenn möglich noch keine Jungen bekommen, da die Jungtiere dann meist schwächer oder weniger entwickelt sein können, als bei erwachsenen Weibchen. Die Paarung erfolgt meist nachts und geht oft sehr laut vor sich - schon manches Sitzbrett oder Knabberast hat dem nicht standgehalten;))) Nach der Paarung bis zur Geburt brauchen sie die Tiere nicht zu trennen, da sich auch der Bock sehr liebevoll um das Weibchen und nach der Geburt auch um die Jungen kümmert.

Tragzeit und Geburt

Die Tragzeit beträgt ca. 111 Tage ( +/- 2 Tage) - je nach Anzahl und Größe der Jungtiere. Während der Trächtigkeit sollte man jeglichen Streß von dem Weibchen fernhalten - lautstarke Begutachtungen durch Freunde sind daher fehl am Platz. Geben sie dem Weibchen die gewohnte Aufmerksamkeit und sie wird zufrieden sein. Die Geburt geht meist Nachts von Statten und meist ist keine Hilfe notwendig.Das Weibchen wird sich meist eine Höhle am Boden des Käfigs suchen -geben sie ihr die Möglichkeit, die Jungen im Schutz eines Häuschens o.Ä. zur Welt zu bringen. Chinchillas bringen meist bis zu 3 Junge zur Welt, jedoch gibt es auch Würfe mit bis zu 6 Jungtieren - dabei scheint mir die Mutter aber doch zu überfordert, und man sollte sich nach einer Amme für einen Teil der Jungtiere umsehen. Gleich nach der Geburt wird der Bock versuchen das Weibchen nachzudecken. Am Wurftag und die darauffolgenden Tage sollte das Sandbad aus dem Käfig entfernt werden, damit kein Sand in die Gebärmutter des Weibchens eindringen kann und Entzündungen hervorrufen kann. Am selben Tag sollten sie der kleinen Familie viel Ruhe gönnen - nur verschmutztes Streu sollte man auswechseln und am nächsten Tag die Jungtiere wiegen und das Geschlecht feststellen. Komplikationen treten bei der Geburt nur selten auf - haben sie das Gefühl, daß die Geburt sich über sehr lange Zeit erstreckt, ohne, das ein Jungtier geboren wird, oder ihnen sonst etwas "spanisch" vorkommen, so zögern sie bitte nicht, und kontaktieren einen Chinchillakundigen Tierarzt - besser einmal zuviel, als zuwenig. Im schlimmsten Fall kann ein Jungtier bereits im Mutterleib abestorben sein und das Tier wird langsam innerlich vergiftet - das möchte doch niemand seinem Tier antun!

Endlich sind die Jungen da

Sind die Jungen endlich geboren und alle wohlauf, kann man die Jungtiere auf Geschlecht und Gewicht kontrollieren - das Gewicht liegt meist zwischen 35 und 55 g - bei Einzelwürfen bis zu 75 g. Dennoch kann es vorkommen, das ein Jungtier von der Mutter verstoßen wird - als Mensch versucht man dann sofort dem Jungtier zu helfen und es wahrscheinlich mit der Flasche großzuziehen. Leider gelingt dies nicht sehr oft, und sollte doch einmal ein Jungtier versterben sollte man sich keine Vorwürfe machen - leider ist die Natur oft grausam. Sterben von einem Pärchen aber über mehrere Würfe hinweg die Jungtiere sollte es auf keinen Fall mehr zur weiteren Zucht herangezogen werden.

Heranwachsen der Jungtiere

Junge Chinchillas sind Nestflüchter - sie sind bereits bei der Geburt vollständig behaart und das Abbild ihrer Eltern - meist beginnen sie schon am nächsten Tag nach der Geburt den Käfig zu erkunden und auch schon die ersten Heuhalme zu fressen. Gesäugt werden Chinchillas bis zur 6 . Lebenswoche, ab dann werden sie entwöhnt und auf feste Nahrung umgestellt - die Jungen fangen aber schon viel früher an bei den Eltern aus dem Napf mitzufressen. Die Jungtiere sollten bis zu einem Alter von 10 besser noch 12 Wochen bei den Eltern bleiben, dann sind sie groß und stark genug in ihr neues zuhause zu übersiedeln.

Zurück zum Anfang